Rezension: Der Loop Approach

Der Loop Approach

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Da geht man in Berlin im ElfCafé (im Prenzlauer Berg, super zum Frühstücken) zum inzwischen obligatorischen Händewaschen durchs Café und sieht plötzlich ‘Neue Narrative – das Magazin für neues Arbeiten’ auf einem Lesetischchen liegen. Ich bleibe wie elektrisiert stehen, was …das gibt es?! Needless to say, ich habe wohl tief im Dornröschenschlaf gelegen – oder im New Work Nirwana – und bin sofort Abonnentin geworden. Eine von derzeit ca. 6000. Zwei andere sind der Hamburger Polizeipräsident und der Human Resources Digital and Innovation Manager der Deutschen Telekom. Ich fühle mich in guter Gesellschaft. Natürlich schliesse ich das Karmaabo ab, bei dem man etwas extra bezahlt und ausser gutem Karma im Gegenzug auch ein Ebook erhält: Der Loop Approach mit Methoden, Checklisten und Tipps, um das Neue Arbeiten in der Praxis umzusetzen. Vom Herausgeber der Neuen Narrative, Sebastian Klein und Co-Autor Ben Hughes zusammengestellt und wunderschön von Studio Dominik Wagner in Berlin illustriert. 

Wie ein Training fängt das Buch mit einem Check-In an, ja, warum lese ich es eigentlich? Was suche ich? Dann folgt eine Einleitung in der ich mich unbewusst nickend ja, ja und nochmals ja wiederfinde. Die Macher haben begriffen worum es geht: Alle wollen transformieren, aber keiner weiss wie. 

“In diesem Buch stellen wir unser Modell vor, das Transformationen jeder Größe handhabbar machen soll. Wir zeigen, welche Tools und Verhaltens- weisen die Transformation hin zur Organisation der Zukunft unterstützen können, und wie das »neue Mindset«, von dem so viele Berater und Manager derzeit reden, ganz konkret aussehen kann.” 

Weiterlesend verstehe ich es: Ich soll meinen Mindset loop-like weiterentwickeln. Der Weg ist das Ziel. Das Wie ist das neue Was:

Dazu bekomme ich, toll aufbereitet und zusammengefasst, erst das nötige Hintergrundwissen vermittelt, von Gewaltfreier Kommunikation bis zu Positiver Psychologie, Holacracy, Getting Things Done und Spiral Dynamics. Hey, das kenne ich ja alles, aber eben aus meinen 20 Jahren in den Niederlanden. Toll, hier im deutschsprachigen Raum einen verwandten Wissenshub entdeckt zu haben. Beim Thema Lösungsorientierung frage ich mich, ob die Coert Visser kennen, den Vorschwimmer des fortschrittsgerichteten Denkens im niederländischsprachigen Raum oder Carol Dweck, die Amerikanische Göttin des Mindsets? Und wo sind Appreciative Inquiry und Deep Democracy? Aber noch lese ich zu gebannt weiter, statt zum Handy zu greifen um nachzufragen. 

Es gibt auch 7 Tugenden, die im Loop Approach zentral stehen. Die könnte jedes Unternehmen prima als Basis adoptieren, dann wäre man klar für die Zukunft, zum Beispiel ‘Potenziale gut nutzen’. My word! Stärken stärken! 

Als es zum Kapitel des Umsetzens geht habe ich ein weiteres Déjà Vu: 

“Wir fokussieren uns auf Sprache. Fast alles, was in einer Organisationen geschieht, ist Kommunikation. Um das Verhalten von Menschen zu verändern, setzen wir also bei ihren Sprachgewohnheiten an. Wie kommunizieren wir über Arbeit? Wie sprechen wir über Verantwortung? Wie fordern wir uns gegenseitig heraus? Wie spricht jemand, der die Autonomie des anderen wahrt und trotzdem sein kritisches Feedback nicht zurückhält?”

Words create worlds. Storytelling. Co-creation. Genauso funktioniert auch in meinem sozialkonstruktivistischen Mindset Veränderung und die haben es begriffen. Danach geht es praktisch weiter, mit Tipps für Workshops und Methoden. Beim Konsent-Modell finde ich dann doch ein bisschen Deep Democracy wieder. Viel Aufmerksamkeit bekommt auch der mühsame Prozess der Transformation, Tipps und Methoden zum Umgehen mit Spannungen, die ja unweigerlich auftreten, wenn sich die tektonischen Platten des Alten und des Neuen reiben. 

Für alle, die die Begriffe nochmal nachlesen wollen folgt nach dem CheckOut (“Ja, Daumen hoch, meine Erwartungen wurden übertroffen.”) eine Begriffsübersicht, dem ‘New-Work Glossar’. Spannend, alles nochmal nachzulesen und Überlesenes zu entdecken. Oder weisst Du, was eine “Murmelgruppe” ist? 

Der letzte Begriff der 235 Seiten ist ‘Ziele’. Angekommen. Nun, im Ziel, nicht den Buchdeckel zuschlagen, sondern, ganz New Work, das Browserfenster schliessen mit dem Gedanken, das es sane minds da draussen gibt, die nicht nur Beraten, sondern auch Schreiben. 

Ich hoffe, dass viele der Abonnenten von Neue Narrative das KarmaAbo abschliessen! Soviel Inspiration habe ich schon lange nicht mehr so konzentriert und toll visuell aufbereitet, gefunden. Das Händewaschen hat sich gelohnt. Darauf erstmal einen Fairtradekaffee im ElfCafé, bevor es wieder nach Stuttgart geht. 

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